Essstörungen und Depression

Niedergeschlagen, erschöpft, lustlos. Am liebsten nur allein sein und sich von der ganzen Welt zurück ziehen; sich depressiv zu fühlen, ist oft eine Begleiterscheinung bei Essstörungen. Oder die Essstörung von depressiven Verstimmungen?

Hier ist sich auch die Fachwelt uneins.

Fakt ist, dass es Dir nicht hilft, wenn Du Dich hier zu pushen versuchst und persönlich verurteilst: Weder Deine Person noch Dein Charakter hat hier Schuld.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist klar zu erkennen, dass depressive Empfindungen aus einem körperlichen Ungleichgewicht her kommen.

Ein paar mögliche Gründe sind:

Versteckte, körperliche Entzündungen

Ein Körper kann im Innern entzündet sein, ohne dass wir etwas merken. Zum Beispiel durch die Wahl bestimmter Nahrung, zu schwachem Stressmanagement oder Schwierigkeiten bei der Verarbeitung von schlechten Erlebnissen und Emotionen.

Solche Entzündungen sind ähnlich, wie wenn der Körper einen Infekt bekommt. Um einen Infekt zu heilen, braucht der Körper Zeit und Ruhe; wir liegen krank im Bett, wollen nichts essen und fühlen uns schlecht.

Bis wir uns regeneriert haben und der Infekt vorbei ist.

Auch bei unbewussten, inneren Entzündungen fühlen wir uns antriebslos und depressiv, und wollen einfach nur allein sein. Weil auch hier der Körper Zeit und Ruhe braucht, um die eigene Balance wieder zu finden und Entzündungen zu neutralisieren.

Ein solches persönliche Empfinden ist keine persönliche Störung sondern natürliche Folge einer körperlichen Notwendigkeit.

Ungleichgewicht bei den Hormonen

Ein körperliches Ungleichgewicht kann andererseits auch heissen, dass vom Körper gebrauchte Hormone und Neurotransmitter für die Signalübertragung im Körper nicht in der benötigten Menge vorhanden sind.

Hormone werden aus bestimmten Bausteinen von Nahrungsmitteln gemacht. Gerade bei Essstörungen, bei denen die betroffenen Menschen im Moment nicht nach den Bedürfnissen ihres Körpers essen können, ist ein bescheidener Hormonhaushalt darum nicht selten.

Zu viel oder zu wenig Bewegung

Eine weitere Begründung für ein fehlendes, körperliches Gleichgewicht können wir auch in unserer Bewegung finden. Unser Körper ist ein Bewegungsapparat und nicht für den Stillstand gedacht.

Wer sich jetzt aber zu oft und zu intensiv bewegt, ohne den Körper auch immer wieder entspannen zu lassen, läuft in die Gefahr, dass das Meisterwerk von innen heraus entzündet, weil es sich nicht regenerieren kann.

Gleichzeitig unterstütz uns aber auch das ständige Liegen und Sitzen nicht: Unser Körper will gebraucht werden. Genau wie Du. Wenn er nichts mehr darf, bleibt innen alles liegen und kleben, wodurch ebenso Entzündungen entstehen können.

>>> Fazit: Viele Möglichkeiten für eigene Wege.

Ein Rezept, das für alle stimmt, gibt es darum natürlich nicht, wenn wir wieder lebensfreudiger und lustiger sowie lustvoller werden wollen.

Vielleicht aber hilft Dir dieser Hintergrund zu merken, wo Du Deinem Körper mehr und wo Du ihm weniger von etwas gibst. Und dann kannst Du spielerisch neue Dinge ausprobieren: Neue Erfahrungen mit ihm sammeln. Neugierig, neue Erlebnisse ausprobieren. Neue Nahrungsmittel versuchen. Neue, ruhigere Essenszeiten wählen. Weniger druckvoll und dafür mit mehr Neugierig handeln.

Aber auf keinen Fall musst Du Deine Psyche zur Schuldperson erkennen: Die Psyche ist nur ein kleiner Teil einer Person: Sie ist nur der Ausdruck, wie Dein Körper arbeitet. Lerne ihn kennen: Zusammen seid Ihr ein Meisterwerk der Giganten.

Und wenn Du denkst „Dies und das könnte ich zwar ausprobieren, aber ich hab grad keine Lust.“ – Kein Problem. Es geht auch ohne Lust. Veränderungen und Freude kommen meist nach den ersten, kleinen Schritten.

Ich glaube an Dich genauso wie an mich. Schön, dass es Dich gibt.

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